Mantrailing – Was ist das ?

Bei Mantrailern handelt es sich ausgebildete Personenspürhunde, die in der Lage sein sollen, vermisste Personen zu verfolgen und aufzuspüren.

Mantrailing wird überwiegend in privaten Vereinen ausgeübt und auch bei der Vermisstensuche zunehmend eingesetzt. Seit 2002 werden auch in Deutschland Diensthunde der Polizei zu Mantrailern ausgebildet. Bei den Mantrailern handelt es sich um Hunde, die in der Lage sind, durch Anriechen eines geeigneten Gegenstandes die entsprechende Spur einer Person zu verfolgen. Die Zuverlässigkeit eines Mantrailers hängt im Wesentlichen von der Eindeutigkeit des Geruchspartikels ab. Der Hund verfolgt immer nur die Spur, die zu dem ihm präsentierten Geruchspartikel passt.

Ist dieser Geruchspartikel kontaminiert, sind die Hunde so „geschult“, dass sie am Tatort die Spur eines Beamten verfolgen, welcher vorher am Platz gewesen war und dadurch dessen Individualgeruch durch mögliche Kontamination an den Geruchspartikel gekommen ist. 

Es ist also bei dem Einsatz der Beamten penibel darauf zu achten, dass der entsprechende Geruchspartikel den Umständen gemäß gefunden wird.

Für die Verteidigung bedeutet dies, was den Ermittlungsakten zu entnehmen sein muss, immer genau zu eruieren, ob dieser spezielle Geruchspartikel auch  entsprechend den anerkannten Regeln gewonnen wurde.

Sind Geruchspartikel von mehreren Personen vorhanden sind, so ist es von Hund zu Hund verschieden, welcher der Gerüche vom Hund angenommen und verfolgt wird.

Bei Mantrailern ist für die Qualifizierung der Hunde die sogenannte „Negativ-Anzeige“ ein wesentliches Kriterium.

Ist keine zum Geruchsartikel passende Spur vorhanden, muss ein Mensch ein vielleicht eindeutiges und Negativ-Verhalten anzeigen.

Erfolgt eine derartige Negativ-Anzeige nicht, fehlt dem Hund die nötige Qualifikation, das Fehlen der Negativ-Anzeige führt häufig zu einem Überspringen auf Verleitspuren hin. Dadurch wird der Hundeführer auf eine ohne Geruchseinheit zum Geruchspartikel passende Spur geführt und lässt sich nicht selten auf eine andere vorhandene Spur leiten. Es ist darauf zu achten, dass den Hunden unterschiedliche Geruchsproben gereicht werden. Wird dem zweiten Hund dieselbe Geruchsprobe gereicht, kann dies zu Unstimmigkeiten führen. Sollte die Gewinnung der Geruchspartikel nicht kontrolliert werden, ist es zwingend erforderlich zu verhindern, dass ein und dieselbe Geruchsprobe verschiedenen Hunden gereicht wird. Denn bei Aufnahme der Geruchspur durch den ersten Hund fallen kleinste Hautpartikel auf die Geruchspur. Dies hat wiederrum zur Folge, dass der zweite Hund nunmehr auch den Geruch des vorherigen Hundes mit dem Trainingspartner aufnimmt. Dies kann zu einem Überspringen auf Verleitspuren führen. Insbesondere hundebekannte Geruchsspuren (Trainingspartner) sind eine Verleitung für den Hund.

Es ist zu verhindern, dass alle Einsätze mit demselben Hundeführer durchgeführt werden. Es kommt regelmäßig vor, dass ein Hundeführer vermeintlich Wissen über den Verlauf einer Spur gewinnt, den Hund mit unbewussten Gesten bei der Suche zu beeinflussen. Der Hund kann daher natürlich unbemerkt verleitet werden, einer Verleitspur zu folgen, die vom Hundeführer unbewusst gestellt werden. Die Wahrscheinlichkeit dieses Verhalten tritt dann vermehrt auf, wenn mit dem Hund bekannte Personen diesen Weg verspätet gegangen sind. Das Vorhandensein einer zum Geruchsartikel passende Spur erhöht dieses Risiko sogar.

Es ist daher zwingend geboten, bei Einsatz von Mantrailern die Umstände der Spurbewegung, den Einsatz der Hunde und die Qualifikation der Hunde zu überprüfen.


Kategorie: Strafrecht
Von: Helge Boelsen, Fachanwalt für Strafrecht und Familienrecht
28.08.2015


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Frank Jumpertz ist Fachanwalt für Arbeitsrecht und Sozialrecht.